Förderverein
"Alte Kirche St. Apollonia, Gransdorf e.V."

Die Pfarrei Gransdorf erscheint erstmals in einer Bestätigungsurkunde aus dem Jahre 1155. Der alte Pfarrort selbst wurde bereits 1098 in einem ausgestellten Schutzbrief erwähnt. Damit zählt die uralte Marienkirche zu einer der ältesten in der ganzen Gegend und wird auch als Mutterkirche einer ganzen Anzahl neuer Pfarreien angesehen.
Alte Kirche auf dem Berg

Ehemalige kath. Pfarrkirche St. Apollonia
In beherrschender Lage am oberen Talrand jenseits des Baches, erbaut im 14. Jahrhundert, vom alten Friedhof umgeben steht die ehemalige kath. Pfarrkirche St. Apollonia. Über Jahrhunderte hinweg war sie der religiöse Mittelpunkt der Pfarrortes und seiner Filialen. Sie stand bis Ende des 17. Jahrhunderts unter der Schirmherrschaft der heiligen Mutter Maria. Doch Anfang des 18. Jahrhunderts wurde sie unter den Schutz der heiligen Apollonia gestellt.

Die kleine Saalkirche mit eingezogenem, quadratischem Chor, östlich angebauter Sakristei und Westturm, ist im Kern wohl hochmittelalterlich und wurde mehrfach verändert. Vom Schiff stammt offenbar nur die fensterlose Nordwand vom Ursprungsbau, die strebenpfeilerbesetzte Südwand mit ihren großen Maßwerkfenstern und das zweijochige Netzgewölbe sind spätgotisch. Der kreuzrippengewölbte Chor stammt aus dem 13. oder frühen 14. Jahrhundert; die beiden Fenster wurden später erneuert, das südliche datiert von 1613. Der schlichte Westturm mit gedrungenem Spitzhelm, besitzt auf der Südseite ein Korbbogenportal von 1821. Von der Ausstattung sind noch der Hochaltar des 18. Jahrhunderts, zwei Seitenaltäre und die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert und das Gestühl von 1825 erhalten. Die beiden Kirchenglocken aus den Jahren 1483 und 1494 und der alte Taufstein befinden sich heute in der Pfarrkirche Mariä Lichtmess im Ort.


Neue Pfarrkirche im Ort
Die im Dorf gelegene Kapelle, in der gewöhnlich der tägliche Gottesdienst abgehalten wurde, mußte 1884 wegen Baufälligkeit niedergelegt werden. An ihrer Stelle trat in den Jahren 1923-1925 ein Neubau. Diese neuerbaute Pfarrkirche wurde unter den Schutz der heiligen Mutter Maria gestellt.

Nach dem Bau der neuen Pfarrkirche im Ort wurde die "Alte Pfarrkirche" etwas vernachlässigt. Bis in die 40er Jahre wurde noch jährlich zum Fest der hl. Apollonia hier die hl. Messe gelesen. Zu Beginn der 50er Jahre wurde die Empore entfernt, die Fenster wurden neu verglast und ein Innenanstrich wurde aufgetragen. In den 80er Jahren besann man sich wieder auf die ehemalige Pfarrkirche. Die Fundamente wurden zum Teil freigelegt und isoliert. Anfang der 90er Jahre wurde die Kirche unter den Schutz der Haager Konvention gestellt. Wenige Jahre später begann man dann mit der Außenrenovierung. Die Kirche wurde gegen eindringendes Wasser isoliert, der Außenputz wurde saniert und teilweise erneuert. Ein neuer Außenanstrich wurde angebracht.

Am 27.3.1996 wurde dann der Förderverein gegründet. Er zählt zur Zeit 90 Mitglieder. Ein kleiner Auszug aus der Satzung des Vereins:


Der Förderverein hat sich zur Aufgabe gemacht, notwendige Renovierungs-, Instandsetzungs- und Ausstattungsarbeiten an dem unter Denkmalschutz stehenden Wahrzeichen von Gransdorf durch Spenden, Beiträge und sonstige Mithilfe zu unterstützen, um die Finanzierung dieser Vorhaben zu sichern.

In den Jahren 1998 bis 2001 wurde dann unter der Leitung von Professoren von Studenten der Fachhochschule Köln die Restaurierung der Einrichtungsgegenstände durchgeführt.

Sinn und Zweck der Restaurierung war es die Einrichtungsgegenständen aus barocker bis spätbarocker Zeit zu erhalten. Die alte gotische Kirche und ihr Inventar sind als ein besonderes Kleinod in der schönen Eifellandschaft anzusehen.

Bei der Restaurierung wurde zunächst eine Schädlingsbekämpfung durchgeführt. Die Oberflächen der Gegenstände wurden Quadratzentimeter für Quadratzentimeter intensiv gereinigt. Nicht tragfähiges Material wurde entfernt und durch neues Holz ersetzt. Lose Holzteile wurden mit Knochenleim verleimt und fraßgeschädigte Bereiche im Holz mit flüssigem Kunststoff durchgetränkt. Kleinere fehlende Teile wurden erneuert.


Hochaltar
Der barocke Hochaltar der Kirche ist ein polychrom gefaßter Schnitzaltar mit Drehtabernakel, unterteilt in verschiedene Bauteile mit unterschiedlicher Farbgebung. Die Entstehungszeit liegt zwischen 1740 und 1780.
Der teilweise reich beschnitzte Altar besteht aus mehreren nur stumpf auf einander gesetzten Teilen, welche einen detailreichen Grundkörper bilden. Mehrere geschnitzte Dekorationsteile wie z.B. Pilaster und florale Schnitzranken zieren den Altar. Die in ihrer Konstruktion einfache Predella, mit nur aufgesetzten Schnitzereien trägt den aufwendigen, mit Schwüngen und einem zentral gelegenen Drehtabernakel versehenen Hauptschrein des barocken Altars. Die reich dekorierten Pilaster und Schnitzereien, vergoldete Profilierungen und der aufwendig verzierte Drehtabernakel ziehen die Blicke des Betrachters auf sich. Der Altar schließt nach oben hin mit einem Baldachin ab und wird von kräftigen, in Rokokomanier geschnitzten, Säulen gestützt. In der Spitze befindet sich ein “Auge Gottes”.


Seitenaltäre an der Ostwand des Hauptraums.
Bei den beiden Seitenaltären handelt es sich um polychromgefaßte Holzschreine, die jeweils auf einer steinernen Altarmensa stehen. Sie gliedern sich in ein Sockelgeschoß und darüber eine hohe Rundbogennische, die beidseitig von je zwei Säulen flankiert wird. Die Säulen tragen das Gebälk mit dem geteilten Giebel. Die Nischen sind für die Skulpturen der heiligen Maria und Joseph vorgesehen. Die gegenwärtigen Grundfarben der Altäre sind ein helles und ein dunkleres Grau sowie ein Hellblau am Altarschrein. Die Säulen sind marmoriert, die Ornamentapplikationen sind vergoldet. Dies ist jedoch nicht die Erstfassung; das zeigen Reste älterer Malschichten und zwei hinter dem nördlichen Seitenaltar aufgefundene Bretter des Schreins. Die Altarschreine sind in Brettbauweise errichtet. Die Brettverbindungen stoßen stumpf aneinander und sind mit Holznägeln verbunden. Nur die Profilleisten sind auf Gerung aneinander gesetzt.

Laiengestühl
Südliches (beim Blick in die Kirche rechts) und nördliches Laiengestühl (links) bestehen aus jeweils einer Kopfbank und fünf Sitzbänken die mit Hilfe von Schlitz und Zapfen-Verbindungen auf zwei Schwellen montiert sind. Die Oberflächen sind im gegenwärtigen Zustand holzsichtig und unbehandelt. Auf der Innenseite der rechten Wange der ersten Sitzbank des nördlichen Gestühls befindet sich die Jahreszahl 1825, die das Entstehungsjahr des Gestühls angibt. Die Formgebung des Gestühls und der geschnitzten Inschrift gibt keinen Anlaß, an der Richtigkeit des Datums zu zweifeln. Selten haben sich Kirchenbänke dieses Alters erhalten.

Innenanstrich
Im Jahre 2001 wurde der Innenanstrich teils restauriert, teils erneuert. Die Wandflächen wurden durchgehend in Kalkweiß gestrichen, die Gewölbesegel nur gereinigt. Einzelne Stellen mit Befunden von mittelalterlichen Malereifragmenten wurden konserviert, um sie sichtbar belassen zu können. Die Farbfassung des Triumphbogens und der Fenstergewände von 1955 wurde beibehalten und nur durch Retuschen ausgebessert.

Einsegnung
Am 20. Oktober 2001 war es endlich soweit. Die Pfarrgemeinde versammelte sich um 18.00 Uhr in der Pfarrkirche im Ort. Von dort ging die feierliche Prozession auf den Berg zur "Alten Kirche St. Apollonia". In gut besuchter Kirche zelebrierte Pastor Heck die heilige Messe und segnete die "Alte Kirche St. Apollonia" ein.
Anschließend traf sich die Kirchengemeinde mit den vielen Helfern und Förderern zu einem gemütlichen Abend, um noch einmal die letzten arbeitsreichen Jahre Revue passieren zu lassen.


Bilder von der "Alten Pfarrkirche St. Apollonia:"


Nach oben