Ortgemeinde Gransdorf
Die beiden Kirchen von Gransdorf
Die beiden Kirchen von Gransdorf
Gransdorf in der Eifel ist ein kleiner Ort mit ca. 350 Einwohnern und ist bereits über 900 Jahre alt. Es ist ein ruhiger und schöner Ferienort mit waldreicher Umgebung. Er besitzt viele schöne Wanderwege. Der Ort selbst ist von einem lebendigem Vereinsleben geprägt. Im Ort befinden sich einige kleinere Gewerbebetriebe. Erholungssuchende finden hier schöne Ferienhäuser, Ferienwohnungen, sowie gepflegte Pensionen und Gaststätten. Die Betriebe der wenigen noch verbliebenen Haupterwerbslandwirte sind aus dem Ortskern verschwunden und befinden sich am Ortsrand.
 
Chronik    Wappen    Gebäude    Aktivitäten    Statistische Daten

 
Kleine Chronik der Ortsgemeinde Gransdorf

Der im Jahr 1098 erstmals erwähnte Ort "Grandesdorf" gehört aufgrund seines Namensbestandteils "-dorf-" zu den Siedlungen der fränkischen Landnahme auf der Kalkhochfläche zwischen der Kyll und dem Salm–Wittlicher Wald. Der Ortsname läßt sich aus dem lateinischen Wort "grandis" = groß (Groß-dorf) ableiten. Urkundlich erwähnt wird der alte Pfarrort in einem für das Simeonsstift in Trier von Kaiser Heinrich IV. ausgestellten Schutzbrief von 1098. Die Pfarrgemeinde Gransdorf erscheint erstmals in einer Bestätigungsurkunde, aus dem Jahre 1155, die Papst Hadrian IV ausstellte.
 
Luftaufnahme von Gransdorf
Luftaufnahme vom 6. März 1957
von Gransdorf
Gransdorf nimmt den östlichen Rand dieser Hochfläche ein; weniger als einen Kilometer ostwärts beginnen die ausgedehnten Waldgebiete des Buntsandsteinrahmens, in die die Gemarkung Gransdorf jedoch nicht weit hineinreicht. Der Ort selbst liegt im Tal des Spanger Baches, der rund vier Kilometer nordwestlich entspringt und bei Gransdorf mit einem weiten Bogen seine Laufrichtung von Ost auf Südwest dreht. Gransdorf gehörte bis 1672 zur Probstei Bitburg, danach zur Herrschaft Bitburg.Im Jahre 1636 wurden nur acht Feuerstätten gezählt, in Jahre 1818 betrug die Einwohnerzahl 287.

Der Ort selbst ist schon sehr alt. Laut Geschichtsaufzeichnungen ist der Ort zur Schicht, der Prümer Urbar von 893 genannten Siedlungen, zu rechnen. Damit dürfte der Ursprung Gransdorfs schon vor dem neunten Jahrhundert liegen.

Im heutigen Sinne ist Gransdorf zwar ein kleiner Ort, doch in früheren Zeiten nahm er eine zentrale Stellung ein und hatte gegenüber den umliegenden Dörfern eine übergeordnete Bedeutung. Gransdorf war nämlich schon damals eine Pfarrei, zu der die umliegenden Ortschaften Spang, Dahlem, Binsfeld, Landscheid, Burg, Niederkail, Schwarzenborn, Raskop, Brandenmühle, Altenhof und Gelsdorf gehörten.

Sicht auf Gransdorf
Sicht von oben auf Gransdorf,
Aufnahme etwa um 2003
Archäologische Ausgrabungen aus dem Jahr 1968, bei denen man auf der Gransdorfer Gemarkung 24 Hügel ausfindig machte, ließen auf ein keltisches Gräberfeld schließen. Einige dieser Gräber wurden freigelegt, darunter auch ein Grab eines keltischen Häuptlings (Wagengrab). Diese Funde gaben zwar keine direkten Auskünfte, lassen jedoch auf eine sehr frühe Besiedlung des hiesigen Raumes schließen.

Im weiteren Verlauf der Geschichte blieb Gransdorf nicht von schweren Schicksalsschlägen verschont. Während des 30-jährigen Krieges mußte ein Drittel der Pfarrangehörigen ihr Leben lassen. Zusätzlich flüchteten noch nach 1648 viele Familien im Nachspiel des Krieges in den Kämpfen zwischen Spanien und Frankreich vor den unerträglichen Brandschatzungen.
 
Im Jahre 1725 wurde Gransdorf von einem über die Grenzen des Trierer Raumes bekanntgewordenen Unglück betroffen. Damals bewegte sich alljährlich zu einem festgelegten Zeitpunkt eine Bittprozession nach Trier zum Grab des heiligen Apostels Matthias. Hieran beteiligte sich aus jedem Haus möglichst eine Person. Am Morgen des 28.6.1725 bestiegen die Pilger bei Pallien ängstlich eine Fähre um sich nach St. Marien überzusetzen, denn die Mosel führte Hochwasser. Kaum war die Fähre vom Land abgestoßen, sank die Fähre. Laut Geschichtsaufzeichnungen kamen alle Pilger mit dem Pfarrer Konrad Müller aus Trier ums Leben, außer den zwei Burschen, die Kreuz und Fahne trugen. An der Unglücksstelle bei Pallien erinnert noch bis in die heutige Zeit ein Kreuz an diese furchtbare Begebenheit.

Mein schönster Platz
Mein schönster Platz in Gransdorf
Wirtschaftlich dominierte zu allen Zeiten die Landwirtschaft. Daneben boten lediglich die naheliegenden Wälder Gelegenheit zu lohnendem Verdienst.

Die Gemeinde Gransdorf war auch zu früheren Zeiten dem durch die Erkenntnis auf den Gebieten der Wissenschaft und Technik bedingten Fortschritt aufgeschlossen. So wurde bereits im Jahre 1907 in Gransdorf die Wasserleitung verlegt. Dieses war damals in ländlichen Gemeinden noch nicht üblich. Diese Leitung wurde in den Jahren 1960 - 1962 erneuert. Zu diesem Zeitpunkt gründeten erstmals die Gemeinden Gransdorf und Oberkail einen Wasserzweckverband. In den einzelnen Haushalten wurden dann Wasserzähler installiert um den Wasserverbrauch genau zu ermitteln und somit die Investitions- und Folgekosten zu finanzieren.

In den Jahren 1908 wurde bereits die erste Flurbereinigung in der Feldflur in Gransdorf durchgeführt.

Im Herbst 1919 kam es zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Es war insbesondere der damalige Lehrer Haag, der sich um die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr verdient machte.
Ein Gebäude für die Schule im Ort wurde seit Beginn der Schulpflicht errichtet. Im Jahr 1931 wurde an anderer Stelle ein neues Gebäude für die Volksschule mit Badeanstalt, für Schulkinder und einmal wöchentlich für die Bürger der Gemeinde, was zu dem damaligen Zeitpunkt sehr modern war, erstellt. Die Baukosten des Gebäudes beliefen sich damals auf 63000,00 Reichsmark. Dieses Gebäude wurde dann in den Jahren 1961 - 1962 um einen weiteren Klassenraum und einen Turnsaal erweitert.
 
Im Jahre 1927 schlossen sich mehrere Musiker zu einer kleinen Gruppe zusammen. Im Jahre 1933 stellten Dirigent Jakob Pelzer aus Eisenschmitt und Brandmeister Matthias May aus Gransdorf eine Feuerwehrkapelle auf. Im Jahre 1952 wurde durch den Dirigenten und ersten Vorsitzenden die Trennung zwischen Feuerwehr und Musikkapelle vollzogen. Unter dem Vorsitzenden Johann Tobi ist im Jahr 1965 aus der Musikkapelle der jetzige Musikverein "Eifelkapelle Gransdorf" entstanden.

Ebenfalls kann der Kirchenchor auf eine langjährige und fruchtbare Tätigkeit stolz sein.

Der Theaterverein wurde im Jahr 1949 von Jakob Näckel, kurz nach seiner Rückkehr aus russischer Gefangenschaft, gegründet.

Blick über Gransdorf
Blick vom "Spanger Berg"
über Gransdorf
Die Gemeinde baute im Jahr 1957 einen Stall für die Zuchtbullen, um für die Deckung der Kühe durch Zuchtbullen aus anderen Regionen unabhängig zu sein.

In den 60er Jahren wurde die Infrastruktur für die landwirtschaftlichen Betriebe wesentlich verbessert, weil durch Druck der Gemeinde die Wirtschaftswege auf der Feldflur ausgebaut wurden, teilweise als Schotter oder Teerwege.

Von der Gemeinde wurde im Jahre 1960 eine Gemeinschaftsgefrieranlage mit 224 Einzelfächern sowie Kühl- und Gefrierräume für Großvieheinheiten errichtet. Somit war damals schon die Möglichkeit gegeben bei den Hausschlachtungen das Fleisch zu zerkleinern und portionsgerecht einzufrieren. Großen Zuspruch fand diese Einrichtung auch bei Nachbargemeinden die diese Einrichtung auch nutzen konnten. Nachdem die Anlage nicht mehr kostendeckend betrieben werden konnte, hat die Ortsgemeinde sie im Jahr 2007 verkauft.

In dem Jahr der Gebietsreform 1970 wurde Gransdorf aus dem Kreis Wittlich ausgegliedert und in den Kreis Bitburg übernommen. Auch wurde im Jahr 1970 die Verwaltung in Oberkail aufgelöst und Gransdorf wurde in die Verbandsgemeinde Kyllburg übernommen. Die Grund-und Hauptschule in Gransdorf wurde im Jahr 1969 aufgelöst. Die Kinder besuchen seitdem in Oberkail die Grundschule. Die Hauptschule wird teilweise in Kyllburg oder in Bitburg besucht, wo auch weiterführende Schulen sind.

Das leerstehende Schulgebäude wurde in den Jahren 1981 / 1982 zu einer Gemeindehalle mit mehreren Räumen und Sälen umgebaut.

Im Jahr 1971 wurde ein neues Feuerwehrgerätehaus mit einem Schulungsraum in der Dorfmitte gebaut. Desweiteren wurde im Jahr 1992 durch Erwerb und Abriss eines leerstehenden Wohnhauses ein Dorfplatz mit Dorfbrunnen gebaut, sowie im Jahr 1995 eine neue Bushaltestelle mit Wartehalle errichtet.

Die Gemeinde erlitt in den Jahren 1990 - 1991 einen herben finanziellen Rückschlag durch den Sturm "Wibke". Dieser Sturm zerstörte ca. 60% des Gemeinde eigenen Waldes wodurch die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde erheblich eingeschränkt wurden.

Eine erneute Flurbereinigung wurde im Jahr 1986 von der Gemeinde beantragt. Bedingt durch den Bau der Autobahn A60, welche teilweise über die Gemarkung Gransdorf führt, hat sich dieses Verfahren bis in das Jahr 2002 hingezogen. Bei dieser Flurbereinigungsmaßnahme wurde unter anderem umfangreiche Außenentwässerung in der Feldflur durchgeführt. Die Betriebsflächen für die landwirtschaftliche Nutzung wurden wesentlich vergrößert und der heutigen modernen Bearbeitung angepaßt, sowie unter der Aktion "Mehr grün durch Flurbereinigung" wurden 1450 Obstbäume, 340 Laubbäume, 8720 Sträucher und 220 Kletterpflanzen auf der Gemarkung neu angepflanzt. Die ökologische Bilanz dieser Flurbereinigung ist äußert positiv zu bezeichnen.

Im Jahre 1997 / 1998 wurde zusammen mit den Orten Gindorf und Pickließen die Kanalisierung im Trennsystem durchgeführt. Dabei wurde auch die Wasserleitung wieder im ganzen Ort neu verlegt.
 
Die Erschließung des Neubaugebietes "Im Flürchen" wird im Jahre 2003 verwirklicht.
Die Gemeinde Gransdorf hat zur Zeit 354 Einwohner. Die Bewirtschaftung der Ländereien der Gemarkung wird nur noch von wenigen hauptberuflichen Landwirten wahrgenommen. Der überwiegende Teil der Bewohner verrichtet eine handwerkliche Tätigkeit in Betrieben der Umgebung. In den letzten Jahren haben sich auch mehrere selbständige Unternehmen im Ort angesiedelt.

Blick ins untere Wiesental
Blick ins "Untere Wiesental"
Es ist immer wieder eine Bereicherung, etwas über die Geschichte seines Heimatortes und damit auch über ein Stückchen Weltgeschichte zu erfahren; denn wie schon der Philosoph Santayana sagte: Ein Volk, das seine eigene Geschichte nicht kennt, ist dazu verurteilt, sie erneut durchleben zu müssen.


In der Gransdorfer Gemarkung liegen drei weitere, früher allesamt selbständige Wohnplätze: Hof-Gelsdorf, Hof-Eulendorf und Biermühle.

Hof-Gelsdorf
liegt auf dem flachen Höhenrücken zwischen Gransdorf und Gindorf. Bei Gelsdorf läßt der Namen auf eine Gründung in fränkischer Zeit erschließen. Gelsdorf, im Jahr 1177 (Geuelestorp) als Eigenhof der Abtei Himmerod erstmals urkundlich erwähnt, wurde nach der Säkularisation im 19. Jahrhundert mehrfach geteilt und um einzelne jüngere Gehöfte zu einer weilerartigen Ansiedlung erweitert, doch ist die Gesamtanlage mit mehreren Einzelgebäuden des späten 18. und frühen bis mittleren 19. Jahrhunderts gut erhalten.

Hof Eulendorf
das Hauptgebäude wurde l818 zunächst als großes Quereinhaus neu gebaut, im Laufe des 19. Jahrhunderts aber zum Vierseithof erweitert. Auch bei Eulendorf läßt der Name auf eine Gründung in der fränkischer Zeit schließen. Das um 1864 geteilte Anwesen ist eines der größten in der weiteren Umgebung und sowohl in der Anlage wie in den Einzelbauten kaum verändert.

Biermühle
liegt direkt unterhalb der Einmündung des Bierbaches in den Kailbach. Hier steht mit dem Mühlengebäude von 1580 einer der ältesten Profanbauten des Kreisgebietes. Die übrigen Baulichkeiten, zwei Quereinhäuser, weitere Wirtschaftsgebäude und eine kleine Kapelle, stammen aus dem späten 18. und dem 19. Jahrhundert und bilden mit dem Mühlengebäude eine Gesamtanlage, deren Bedeutung durch die unberührte Lage im Kailbachtal noch erhöht wird. Die Bewohner von Biermühle nutzen heute noch zur Trinkwasserversorgung eine Quelle.


 
Wappen der Ortsgemeinde Gransdorf
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Wappen
Wappen der Ortsgemeinde
mit dem Dorfbrunnen
In Rot ein silberner Schräglinksbalken, belegt mit zwei ineinandergeschlungenen roten Ringen. Oben eine silberne Kirche im Umriß der ehemaligen Pfarrkirche. Unten eine goldene Krone.

Bis zur Neugliederung der Pfarreien war Gransdorf der Sitz einer Mutterpfarrei mit zahlreichen Filialen. Wahrzeichen von Gransdorf ist auch heute noch die hoch über dem Ort gelegene ehemalige Pfarrkirche.

Kirchenpatronin der alten Pfarrkirche ist die Himmelskönigin und Gottesmutter Maria, als deren Symbol die Krone im unteren Schildteil gewählt wurde. Bereits die Lorenzi schrieb: "Schon hieraus ist ersichtlich, daß wir in einem Abschnitt von hoher lokalgeschichtlicher Bedeutung stehen. In der Tat haben wir in der alten Marienkirche von Grandesdrop die Mutterkirche einer ganzen Anzahl von neuen Pfarreien vor uns".

Obwohl die nahegelegene Zisterzienserabtei Himmerod nur bis 1212 am Patronat der Pfarrkirche teilhatte, war sie als Grundherrin bis zum Ende des Ancien Reqime in Gransdorf gebütert. Ihr Symbol, zwei ineinandergeschlungene Ringe, befindet sich rot dargestellt im silbernen Schrägbalken.


 
Sehenswerte Gebäude im Ort
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  • "Dorfkirche", in den 80er Jahren renoviert, innen neu angestrichen

  • "Alte Kirche St. Apollonia", in den letzten 5 Jahren Altäre restauriert, innen renoviert und neu angestrichen, außen neu verputzt und neu angestrichen

  • Alter Kalkofen vor ca. 10 Jahren restauriert und zu Demonstrationszwecken Kalk gebrannt

  • Grillhütte, für kleine und große Feste

 
Aktivitäten in den letzten Jahren
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  • Erschließung des Neubaugebietes "Im Flürchen" für Wohnungsbau
  • Orts-Flurbereinigung
  • Feld-Flurbereinigung
  • Kanalbau im Trennverfahren
  • Straßenausbau mit neuer Straßenbeleuchtung
  • Neubau der Brücke in Hof Eulendorf
  • Bau einer Bushaltestelle mit Wartehäuschen
  • Innerhalb der Ortslage sind (von privat) 15 Wohnungsneubauten erstellt worden, die Baulücken im Ortskern geschlossen haben

 
Statistische Daten der Ortsgemeinde Gransdorf
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Lage 
   Gransdorf liegt an der Kreisgrenze zum Landkreis Bernkastel-Wittlich
   Entfernung zur VG - Kyllburg10 km
   Entfernung zur Kreisstadt Bitburg17 km
Ort 
   Lage des Ortes über NN:340 m
   Größe des Ortes31 ha
Einwohner 
   In deutschen Haushalten320 Personen
   In amerikanischen Haushaltenca. 75 Personen
Größe der Gemarkung 
   Ackerfläche400 ha
   Gemeindewald111 ha
   Privatwald   21 ha
   Ortslage   31 ha
     
   Stand: Dezember 2002 


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